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Rottweil Oberleitungslichtbogen kostet jungen Mann fast das Leben

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25.07.2010 (wsn) Update Polizeibericht:
Großeinsatz am Bahnhof Rottweil

Rottweil -  Leichtfertiges und leichtsinniges Handeln von Jugendlichen und Heranwachsenden löste einen Großeinsatz für Polizei, DRK, Feuerwehr, sowie Bundespolizei und Deutsche Bahn - Notfallmanager in der Samstagnacht aus. Zu beklagen ist ein schwerstverletzter 18-jähriger Junge aus einer Kreisgemeinde, welcher in Lebensgefahr schwebt und mit schwersten Verbrennungen mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Tübingen geflogen werden musste. Der Bahnverkehr am Bahnhof Rottweil musste komplett eingestellt werden um einen reibungslosen und für die Einsatzkräfte gefahrlosen Rettungseinsatz zu gewährleisten. Vier Heranwachsende und Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahren hielten sich kurz nach 22.30 Uhr auf dem Rottweiler Bahnhof auf um angeblich einen Zug ab zu warten, welcher sie nach Deißlingen-Lauffen verbringen sollte. Die Wartezeit nutzten sie in der Folge, um auf einen abgestellten Wagon eines Museumszuges zu klettern. Der 18-Jährige kam hierbei mit dem Fahrdraht der Oberleitung in Kontakt und erhielt einen Stromschlag. Die Oberleitung führt 15.000 Volt. Mit schwersten Verbrennungen kam der Junge auf dem Wagondach zum liegen. Nach umfangreichen Sicherungsmaßnahmen vor Ort konnte der Schwerstverletzte durch die Feuerwehr und die Bergwacht vom Dach geborgen und einer Erstversorgung durch den Notarzt zugeführt werden. Bitter war der Umstand für die Rettungskräfte, dass sie in der ersten Phase durch die betroffenen Jugendlichen und Heranwachsenden in aggressivster Form teilweise an ihrer Arbeit behindert wurden, so dass die Polizei vor Ort massiv einschreiten musste. Die Beamten des Polizeireviers Rottweil übernahmen die ersten Ermittlungs- und Einatzmaßnahmen vor Ort bis zum Eintreffen der Bundespolizei, welche den Fall abschließend bearbeitet. Gegen Mitternacht erfolgte eine teilweise Freigabe des Zugverkehrs, um 00.45 Uhr war der Bahnbetrieb wieder vollständig möglich. Zugverspätungen waren obligatorisch.

Mit einem Rettungshubschrauber und schweren Verbrennungen musste ein etwa 20 jähriger vom Bahnhof Rottweil in die Klinik geflogen werden.

In der Nacht zum Sonntag gegen 23 Uhr sind 3 junge Männer auf den Wagen eines abgestellten Zuges geklettert.
An der Oberleitung über dem Wagen entstand ein Lichtbogen. Zu beklagen ist ein schwerstverletzter ca. 20 jähriger Junge aus einer Kreisgemeinde.
Auf eigenes Risiko und unter Lebensgefahr stiegen Mitglieder der Rottweiler Bergwacht, darunter ein alpiner Notarzt, auf das Dach und führten erste Hilfe durch.
Es dauert ca. 1 Stunde, bis die Leitung geerdet werden konnte.
Dann konnte der  Patient verpackt  vom Dach gerettet und über die Gleise zum Bahnsteig getragen werden.
Der Rettungsdienst versorgte den Verletzten und machte ihn Transportfertig für den Rettungshubschrauber der REGA aus St. Gallen.


Bilder
Verletzter und Helfer auf dem Dach des Zugwaggons
Viele Helfer davor
Einpacken zum Abtransport
Erdung der Leitung mittels Stangen
Hilfskräfte kommen über Leitern
Abseilen der Patienten und tragen über die Bahngleise
Hubschrauber landet
Einsatzfahrzeuge als Schnittbilder
RTW kommt zum Hubschrauber und wird dort hin gebracht.
Hubschrauber startet

O-Töne:
Sabine Kornatz - Bergwacht Rottweil
sinngemäß:  junger Mann an die Oberleitung gekommen, schwere Verbrennungen erlitten, alpiner Notarzt versorgt den Verletzten, bodengebundener Rettungsdienst übernimmt

Rainer Müller, Stadtbrandmeister RW
sinngemäß: Jugendliche auf älteren Zug geklettert, Lichtbogen aus Oberleitung verletzt eine Person, Wagon wurde geerdet, tragbare Leitern ermöglichen das Retten und Bergen der verletzen Person, schwerste Verbrennungen im Bauchbereich

NEUER O-TON Stefan Schlick, Notarzt der Bergwacht Rottweil sinngemäß:  wir von der Bergwacht sind für die Notfallmedizin in unwegsamem Gelände und Höhen und Tiefen zuständig.
Um so ungewöhnlicher war dieser Einsatz. Samstag Nacht wurden wir zum Bhf Rottweil gerufen. Dort war ein Jugendlicher auf einem Eisenbahnwaggon an die Hochspannungsleitung gekommen und hatte sich schwere Verletzungen zugezogen. Deshalb war Gefahr im Verzug. Desswegen sind wir umgehend auch unter dem Risiko eigener Gefährdung und auf eigene Verantwortung auf den Wagen gestiegen um Notfallmedizin zum Patienten zu bringen. Das war auf dem Waggon ca eineinhalb Meter und der Oberleitung. Der Strom war bedingt abgeschaltet aber noch nicht geerdet. Es bestand ein Restrisiko wenn man zu nah an die Hochspannungsleitung kommt kann der Strom umspringen. Der Junge hat sich schwere Verletzungen zugezogen Kreislaufstillstand, daher war keine Zeit zum warten von unserer Seite möglich. Es war nur möglich dem Patienten eine Chance auf Überleben zu geben in dem man möglichst schnell zu ihm geht.




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09:51:48 25.07.2010